BGL: Maut-Erhöhung trifft die saubersten Fahrzeuge am stärksten

In wenigen Tagen ist es soweit: Ab dem 1. Januar 2019 gelten die neuen Lkw-Mautsätze. Dies hat der Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. zum Anlass genommen, um in einer Pressemitteilung auf die weitreichenden Auswirkungen für die gesamte Transport-Branche hinzuweisen:

Bereits Anfang Juli hatte die Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen eine erhebliche finanzielle Mehrbelastung für zahlreiche Transportunternehmen und Speditionen zur Folge. Mit der Erhöhung der Mautsätze im bevorstehenden Jahr kommt eine weitere kostenwirksame Änderung hinzu. Durch Anhebung aller Mautsätze für schwere Lkw rechnet der Bund bis 2022 mit Mehreinnahmen in Höhe von insgesamt 4,16 Milliarden Euro, also über einer Milliarde Euro mehr pro Jahr.

Neben einer höheren Infrastruktur-Maut werden den Lkw laut BGL auch sogenannte externe Kosten in Rechnung gestellt. Dazu zählen Luftverschmutzungs- und erstmals auch Lärmkosten. Letztere sind für alle Lkw gleich hoch – eine Differenzierung, die leisere Lkw bevorzugt, findet nicht statt.

Die höheren Mautsätze treffen demnach Fahrzeuge aller Emissionsklassen. Extreme Mautsatzsteigerungen erfahren dabei ausgerechnet die Transportunternehmer, die in jüngerer Zeit in emissionsärmere Fahrzeuge investiert haben. Da auch für Euro-6-Fahrzeuge erstmals ab Beginn kommenden Jahres sogenannte Luftverschmutzungskosten erhoben werden, sind die Mautsatzsteigerungen hier besonders hoch. So werden die 5-Achs-Kombinationen der saubersten Emissionsklasse Euro 6, mit denen inzwischen 60 Prozent aller Mautkilometer auf deutschen Straßen zurückgelegt werden, um fast 40 Prozent höher belastet. Noch härter trifft es laut BGL die 4-Achs-Kombinationen der Euro 6 Norm, mit denen Volumengüter (z.B. Möbel, Solarpaneele, Zulieferteile für die Automobilindustrie) transportiert werden: Deren Mautsätze steigen um fast 60 Prozent.

Im Fall von Schuon zeigt sich im Vergleich zu den bisherigen Mautsätzen, dass allein beim Einsatz von Fahrzeugtypen ab 18 Tonnen Nutzlast die Abgaben – inklusive der Erhöhung für Luft und Lärm – um mehr als 50 Prozent steigen. Daher führt leider kein Weg daran vorbei, dass wir die Transportpreise erhöhen müssen.

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